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Seit dem 22. Mai 2002 besteht der Heimatverein Fischelbach e.V. Seine Mitglieder haben sich schon beim Schreiben der Satzung darauf verständigt, die heimatlichen Bräuche und Sitten zu pflegen, das Erbe ihrer Vorfahren zu erhalten und Heimatgeschichte und Brauchtum zu wahren. Aus diesem Grund arbeiten die Generationen der Dorfbewohner eng zusammen, um das Wissen der Alten an die Jungen weiterzugeben, andererseits sind sie aber auch bestrebt, die Überlieferung der Traditionen mit neuen Mitteln und Methoden zu gestalten. So gehört zum Heimatverein eine ehrenamtliche Laienspielgruppe, die Sketche mit lokalem Inhalt in Mundart aufführt, zum anderen sind die neuesten Informationen über den Heimatverein auf der örtlichen Homepage unter www.fischelbach.de zu finden. So profitieren die Senioren des Ortes zum Beispiel bei der Altenfeier von der Brauchtumspflege, zum anderen erfährt ein nach Finnland ausgewanderter Fischelbacher alles über seinen Heimatort via Internet. Der Heimatverein Fischelbach e.V. ist gemeinnützig und versteht sich als Dachverein der örtlichen Institutionen, mit denen er eng zusammenarbeitet. Deshalb besteht die Hauptaufgabe der Heimatpfleger in der Attraktivitätssteigerung des Dorfes - in erster Linie für seine Bewohner - aber auch für seine Gäste. Der Satzungsbestandteil zur „Verschönerung des Orts- und Landschaftsbildes“ und somit der Erhöhung der Lebensqualität wurde in den vergangenen drei Jahren konsequent verfolgt. Das wichtigste Projekt des mittlerweile 74 Mitglieder zählenden Vereins war und ist die Instandsetzung des Dorfgemeinschaftsraumes. Der Raum ist Bestandteil der ehemaligen Schule des etwa 850 Einwohner zählenden Ortes und kann von jedem seiner Bewohner genutzt werden. Das städtische Gebäude aus den 1960er Jahren war allerdings jahrelang kaum frequentiert, da es sich in desolatem Zustand befand. Die sanitären Anlagen und die Küche waren veraltet, das Inventar nur noch unvollständig und der Raum selbst dringend renovierungsbedürftig. Der Heimatverein Fischelbach e.V. hat in einem Zeitraum von nur fünf Monaten dieses Bild vollkommen gewandelt. In Eigenleistung, unter der Mitarbeit fähiger und sachkundiger Helfer aus dem Ort und dank zahlreicher Spenden, erneuerte der Heimatverein zunächst die sanitären Anlagen. Sowohl Damen- als auch Herrentoiletten wurden komplett neu gefliest und vollständig mit neuen WCs und Waschbecken ausgestattet. Die Helfer installierten jeweils eine Dusche und eine behindertengerechte Toilette. Das Herren-WC, dass dis dahin nur von außen zu erreichen war, erhielt einen Zugang von innen. Auch der Dorfgemeinschaftsraum selbst ist komplett saniert. Durch das Versetzen einer Wand vergrößerten die Handwerker die Küche enorm, zudem bauten sie vollständig neues Mobiliar ein, sodass die Schränke Platz für Geschirr für 60 Personen bieten, ein Großküchenherd und eine Spülmaschine ermöglichen die problemlose Zubereitung von Mahlzeiten für große Gruppen. Auch den Bestand an Geschirr und Besteck komplettierte der Heimatverein. Die Helfer stellten in kompletter Eigenleistung eine Theke her, die die Küche mit dem Gemeinschaftsraum verbindet und für eine gesellige Veranstaltung den entsprechenden Rahmen bildet. Der Gemeinschaftraum selbst bietet zwischen 50 und 60 Personen Platz und ist für alle Arten von Veranstaltungen geeignet. Seit November 2004 ist er mit neuen Tischen bestückt, die ebenfalls ein Mitglied des Heimatvereins Fischelbach gebaut hat. Die 21 Tische genügen modernen Ansprüchen, ihre Beine können umgeklappt werden, sodass sie ohne weiteres gestapelt und so Platz sparend aufbewahrt werden können. Der Heimatverein bemüht sich zurzeit um Spenden, um auch eine neue Bestuhlung und Beleuchtung realisieren zu können. Der Dorfgemeinschaftsraum ist Teil eines städtischen Gebäudes. Ein seit November 2004 bestehender Nutzungsvertrag bestätigt dem Heimatverein Fischelbach die Verwaltung des Raumes und der Toilettenanlagen. Der Heimatverein kümmert sich somit um die Instandhaltung und Vermietung des Raumes. Seit der Renovierung hat sich die Nutzung des Raums so erhöht, dass durch die Miteinnahmen die Pacht an die Stadt gezahlt werden kann und der Überschuss wie alle anderen Einnahmen des Heimatvereins für weitere Investitionen im Ort genutzt wird. Die Resonanz auf die Renovierung ist so groß, dass nicht nur Privatpersonen aus Fischelbach, sondern beispielsweise auch der Kreisheimatverein und die Volkshochschule des Kreises den Raum für ihre Veranstaltungen nutzen. Doch nicht nur der Dorfgemeinschaftsraum wird durch den Heimatverein betreut, sondern auch die sich im gleichen Gebäude befindliche Turnhalle. Um diese Sportstätte dem recht kleinen Dorf zu erhalten, arbeitet der Heimatverein eng mit dem örtlichen Skisportverein zusammen. Die Turnhalle erhielt 2004 einen neuen Anstrich, die Umkleiden wurden saniert und die Duschen in den sanitären Anlagen eingebaut, um den Sportlern gute Trainingsmöglichkeiten zu bereiten. Die Instandsetzung der Turnhalle führte dazu, dass der Sportverein dort ein Kraft- und Fitnesstraining für jedermann anbieten und ein Kinderturnen für Kinder im Vorschulalter durchführen kann, an dem wöchentlich 20 Kinder und mehr teilnehmen. Der Sportverein hat deshalb neue Bälle und Sportgeräte angeschafft, die Eltern der Kinder kümmern sich darum, dass die Halle regelmäßig geputzt wird. Für die Zukunft haben sich der Heimatverein Fischelbach und der Langlauf- und Biathlonclub Banfetal vorgenommen, den Parkettboden der Turnhalle abzuschleifen und neu zu versiegeln, das Dach abzudichten und die Halle noch moderner auszustatten. Außerdem soll ein ausrollbarer Schutzboden angeschafft werden, um in der Halle auch andere Veranstaltungen, wie Theaterabende oder kleine Konzerte stattfinden lassen zu können. So soll gewährleistet werden, dass das Dorfgemeinschaftshaus wirklich allen Bewohnern des Ortes zur Verfügung steht. Im Ort selbst kümmert sich der Heimatverein Fischelbach seit seinem Bestehen darum, dass die im Rahmen der Ortskernsanierung entstandenen Grünanlagen gepflegt sind. Die Beete in der Ortsmitte, um die Glascontainer und das Bushäuschen, werden mehrmals im Jahr in Arbeitseinsätzen neu bepflanzt und sauber gehalten. Eine Bank in der Ortsmitte lädt zum Verweilen ein. Der Heimatverein installierte außerdem ein 500-Liter-Fass, aus dem die Dorfbewohner, die eine vom Heimatverein initiierte Patenschaft für das Beet übernommen haben, leicht Wasser zum Blumengießen entnehmen können. Eine lange brach liegende Grünfläche an der Ortsdurchfahrt hat der Heimatverein von der Straßenmeisterei übernommen. Dort hat er eine Sitzecke angelegt. Die Grasfläche wurde gemäht, ein Bereich gepflastert und mit durch Spendengelder finanzierten Bänken und einem Tisch bestückt. Eine Buchenhecke schirmt die Sitzecke vom Straßenlärm ab. In diesem Frühjahr stellte der Heimatverein zwei weitere Sitzecken an exponierten Stellen im Ort fertig. Diese Verweilplätze kommen nicht nur den Dorfbewohnern selbst zugute, sondern richten sich auch an die zahlreichen Wanderer, die den Zubringer zum Rothaarsteig, der durch Fischelbach führt, zu nutzen. Die Sitzecken sind so gestaltet, dass sie mühelos mit einem Rollstuhl oder Kinderwagen zu erreichen sind. Jährlich findet im Frühjahr eine Dorfsäuberungsaktion satt, die die Wege und Wiesen innerhalb der Gemarkung des Ortes von Unrat befreit. An dieser Aktion nehmen Mitglieder der verschiedensten Vereine teil, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche. In diesem Zusammenhang kümmern sich die Mitglieder des Heimatvereins auch um die Bänke, die rund um den Ort aufgestellt sind. Diese werden im Frühjahr bei Bedarf repariert und zugänglich gemacht. Seit dem ersten Januar diesen Jahres hat der Heimatverein Fischelbach die historische Dreschhalle des Ortes von der Stadt gepachtet. Der Verein wird sich in Zukunft um die Instandhaltung des Gebäudes kümmern. Der Vorstand des Heimatvereins Fischelbach e.V. berät ständig über neue Maßnahmen, die er im ort tätigen kann. Er kümmert sich vor allem auch um Anfragen aus den anderen vereinen oder der Bevölkerung und übernimmt oft Aufgaben, die die Stadtverwaltung aus Kostengründen nicht mehr übernehmen kann. Der Heimatverein Fischelbach e.V. versteht sich als Sprachrohr des Ortes, der als feststehende Institution die Aufgaben übernimmt, die bisher aufgrund fehlender Koordination oder Initiative nicht in Angriff genommen wurden.
Anna Knoche
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